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Wollsdorf Leder plant eine Abfallverbrennungsanlage Gefahren, Chancen und der Stand der Dinge

Christoph Stark, Bürgermeister der Stadtgemeinde Gleisdorf

Christoph Stark, Bürgermeister der Stadtgemeinde Gleisdorf

Immer wieder werden Gleisdorf und die Region von üblen Gerüchen heimgesucht, manches Mal sind die Belastungen so massiv, dass tolerierbare Grenzen deutlich überschritten werden. Dementsprechend sensibel ist die Bevölkerung, wenn es um das Thema „Gestank“ geht. Eine Studie des Landes Steiermark konnte leider auch keine echte Klarheit über den oder die Verursacher der regelmäßigen Geruchsattacken liefern. Ungeachtet dessen gibt es seit vielen Jahren den immer wieder ausgesprochenen und auch nicht haltlosen Verdacht, dass die Firma Wollsdorf Leder einer der Geruchsemittenten sein könnte.

In diesem geschichtlich-regionalen Zusammenhang ist es nicht verwunderlich, dass sich ein erheblicher Widerstand formiert, wenn Wollsdorf Leder eine Müllverbrennungsanlage zu errichten plant. Dazu:

Schon im Dezember 2014 beantragte die Wollsdorf Energie GmbH beim Land Steiermark die Genehmigung einer Abfallverbrennungsanlage. Dem Ansuchen zufolge sollten am Standort max. 24 Tonnen Abfallbrennstoffe pro Jahr verbrannt werden, was eine Rückgewinnung von thermischer Energie von 4,5 Megawatt bedeuten würde.

Im Sinne einer guten Kommunikation mit den Betroffenen wäre es angebracht gewesen, die Bevölkerung seitens der Betreiber in die Projektentwicklung miteinzubinden. Das ist leider unterblieben. So erfuhren die AnrainerInnen von der am 25.09.2017 stattgefundenen behördlichen Verhandlung erst durch einen schlichten Aushang am Gemeindeamt St. Ruprecht/R. Entsprechend aufgeheizt war diese Verhandlung, die von Behördenvertretern des Landes Steiermark geleitet und von rund 15 Sachverständigen aller Fachrichtungen begleitet wurde.

Bei dieser Verhandlung habe auch ich als Vertreter der Stadt Gleisdorf teilgenommen und zur Sache eingewandt, dass durch die geplante Klärschlammverbrennungsanlage die Sorge vieler Menschen in der Region besteht, dass sich diese oben beschriebene Situation deutlich verschlechtern könnte. Darüber hinaus habe ich gefordert, dass für die Genehmigung dieser Anlage ein UVP-Verfahren nötig sei, das den Kreis der Parteien im Verfahren erweitern würde. Ungeachtet dessen, habe ich die Parteistellung für die Stadt in diesem Verfahren beantragt.

Das Behördenverfahren ist derzeit noch im Gange, geprüft werden alle Eingaben, Einwände und die technischen Befunde. Sobald das Land Steiermark dazu einen Bescheid erlässt, werde ich mich mit der bereits formierten Bürgerbewegung und technischen wie auch rechtlichen Beiständen zusammenfinden, um die daraus entstehende Lage zu beurteilen und auch abzuwägen, ob der Gang in die nächste Instanz geboten erscheint.

Ich halte dazu aber auch fest, dass ich ein Projekt, das im Hinblick auf die Energieeffizienz eines großen regionalen Betriebes und der damit verbundenen Standortsicherheit keinesfalls um des Streiten willens verhindern will. Aber es muss – und das sei hier mehrfach unterstrichen – gewährleistet und auch behördlich gesichert sein, dass sich die Situation und die Geruchsbelästigung für die Menschen in der Region nicht nur nicht verschlechtert, sondern effektiv und spürbar verbessert. Als ausgewiesenes Luftsanierungsgebiet müssen sich die Umweltbelastungen verringern, nicht erhöhen! Ich werde Sie dazu gerne am Laufenden halten.

In die nahe Zukunft geblickt gibt es aber auch schöne Aussichten! Es naht die Adventszeit und das Weihnachtsfest. Für diese besondere Zeit im Jahr wünsche ich Ihnen und Ihren Familien alles erdenklich Gute, ein fried- und freudvolles Miteinander und einen positiven Jahresausklang. Starten Sie danach gut in ein gesundes und glückliches Jahr 2018! 

Herzliche Grüße!

Christoph Stark