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Inklusion und ihre Umsetzung - bzw. Probleme damit

Bernhard Braunstein

Bernhard Braunstein

Mit der Einführung von Inklusiven Modellregionen sollen bis 2020 alle Sonderschulen abgeschafft werden. Viele Eltern und Lehrpersonen verfolgen diese Entwicklung mit großer Sorge. Gerade Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf brauchen für eine gelingende Umsetzung der Inklusion spezielle Lernumgebungen, die an vielen Pflichtschulen nicht vorhanden sind. Die meisten Schulen verfügen derzeit nicht über die sanitäre Ausstattung, Ruhe- und Therapieräume für Schwerstbehinderte und die Aufstockung von  Lehr-, Therapie-, Hilfs- und Pflegepersonal, um eine individuelle und differenzierte Förderung aller Schulpflichtigen garantieren zu können – auch für eine bedarfsgerechte Begabtenförderung - ist finanziell derzeit überhaupt nicht sichergestellt. Für die schulerhaltenden Gemeinden und das Land Steiermark bedeutet das den Einsatz umfangreicher Finanzmittel, die nicht vorhanden sind. Verhandlungen der Bildungsverantwortlichen mit dem Städte- und Gemeindebund zur Sicherung dieser Finanzierung haben bis dato nicht stattgefunden. Außerdem müsste das bestehende Recht der Wahlfreiheit für Eltern, die ihre schwerstbehinderten Kinder einer Sonderschule anvertrauen wollen, entzogen werden, eine demokratiepolitisch bedenkliche Vorgangsweise. Erwiesenermaßen erhalten schwerstbehinderte SchülerInnen in den Sonderschulen optimale Betreuung und hochspezialisierte Förderung, die ganz auf ihre individuellen Bedürfnisse ausgerichtet sind.

 

GR Dir. Bernhard Braunstein