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Brauchen wir die Allgemeine Sonderschule? und Warum muss Silvester so viel geschossen werden? Fragen zum neuen Jahr.

Christoph Stark, Bürgermeister der Stadtgemeinde Gleisdorf

Christoph Stark, Bürgermeister der Stadtgemeinde Gleisdorf

Schon im letzten Jahr ist im Rahmen der Diskussion rund um den Begriff „Inklusion“ immer wieder die Rede davon gewesen, dass mit der vollständigen Umsetzung der Inklusion auch die Allgemeinen Sonderschulen abgeschafft würden. Mit zunehmender Dauer dieses Diskurses sind die Stimmen, die eine Schließung dieser Einrichtung verlangten, leiser geworden. Nun unternahm Bildungsministerin Sonja Hammerschmidt jüngst wieder einen öffentlich-medialen Vorstoß und meinte, dass es mittelfristig das Ziel sei, dass wir keine Sonderschulen (ASO) mehr brauchen. Bis dahin müsse es aber ein guter Prozess sein. 

Ich für meinen Teil will mich sicher keiner Schulreform verschließen, die diesen Namen verdient hat. Einiges ist da ja im Kommen, vieles mehr wäre vielleicht nötig. Ich bin auch weder Schulexperte noch Pädagoge, aber dennoch ist es meine feste Überzeugung, dass ich die Schließung der Sonderschulen für einen echten und schweren Fehler halte. 

Warum? Die Sonderschule Gleisdorf besuchen z.B. ca. 35 SchülerInnen. Manche mit besonderen Bedürfnissen, aber auch mehrfach schwerstbehinderte Kinder sind hier dabei. Und allesamt haben sie etwas gemeinsam: Ihre Eltern(!) haben sich nach Prüfung aller Optionen – auch jener der Integration in das Regelschulsystem – für diese Schule entschieden, weil sie davon überzeugt sind, dass ihre Kinder hier am besten aufgehoben und betreut werden.

Aus rein wirtschaftlicher Sicht würde bei einer Schließung der ASO Gleisdorf ein Schulgebäude frei, wodurch sich die Schulerhaltungskosten senken würden. Aus menschlicher Sicht steuern wir hier aus meiner Sicht mit Anlauf einem Rückschritt entgegen. Denn dass es in allen Schulen, wo all diese Kinder dann betreut werden, das notwendige pädagogische Personal geben wird, halte ich für eine vollkommene Illusion. Und wem ist dann gedient? Den betroffenen Kindern, ihren Eltern, den MitschülerInnen und den eingesetzten PädagogInnen mit Sicherheit nicht.

Darum werde ich aus menschlicher Überzeugung heraus alles dafür unternehmen, dass die ASO Gleisdorf mit ihrem besonderen und weithin bekannten Angebot erhalten bleibt. Und hier ist jede Unterstützung herzlich willkommen.

Warum wird da so viel geschossen?

Rund um Silvester wurde ich immer wieder angesprochen, warum die Stadtgemeinde nichts unternimmt, dass in der Stadt zum Jahreswechsel weniger geschossen wird. Die Antwort darauf ist sehr einfach. Im Pyrotechnikgesetz heißt es: „Die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände der Kategorie F2 im Ortsgebiet ... und in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Gotteshäusern, Krankenanstalten, Kinder-, Alters- und Erholungsheimen sowie Tierheimen und Tiergärten ist verboten ...“. Punkt!

Unter die Kategorie F2 fällt so ziemlich alles, was vor, zu und nach Silvester den Himmel erhellte. Aber wenn das Abfeuern von Raketen im Ortsgebiet generell verboten ist, so ist klar, dass dieses Gesetz so für niemanden exekutierbar ist. Wie soll das je funktionieren?

Natürlich verstehe ich, dass Silvester wohl der einzige Anlass ist, wo ein Feuerwerk einen hohen Brauchtumswert hat. Aber in Summe sollte man schon noch einmal über Sinn der Sache und die rechtlichen Rahmenbedingungen nachdenken.