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Abschied von Willi Pilz

Abschied von Willi Pilz

Heute mussten sich die Familie, Angehörige, Freunde und WegbegleiterInnen von Wilhelm Pilz verabschieden, der am 2. Juni 2017 im 88. Lebensjahr verstorben ist. Willi Pilz ist von uns gegangen, nach einem sehr erfüllten und vielseitig geprägten Leben. Sein Alter zu erreichen ist wohl das Ziel vieler – und wie er, im Leben viel erreicht zu haben, das ist neben Fleiß und Engagement auch ein Stück weit ein Geschenk, über das wir uns heute in der Trauerstunde auch freuen durften. Denn, wir durften diese Zeit an der Seite von Willi Pilz erleben.

Viele von uns kannten den Verstorbenen viel besser und vor allem um vieles länger als ich. Da Willi Pilz aber nicht nur Vater, Unternehmer und ein sportbegeisteter Mensch war, sondern sich über viele Jahre auch für unsere Stadt, für deren Entwicklung und damit auch für unsere Gesellschaft engagiert hat, durfte ich heute in der Kirche an den Sarg treten, um für ihn zu sprechen, um dir – lieber Willi – ein letztes Dankeschön zu sagen. Und es war mir eine Ehre, dies zu tun!

Persönlich ist mir Willi Pilz in mehrfacher Erinnerung:

- Als Kaufmann und damit als fixer Bestandteil unserer Stadt, von dem meine Eltern in meiner Jugend regelmäßige „Fassungen“ bezogen haben – ein Begriff, der wie viele andere auch jüngeren Menschen schon wie ein Fremdwort erklärt werden muss.

- Als Funktionär des Tennisclubs, der in dieser Rolle von allen Menschen in diesem Umfeld sehr angesehen war und dem wir „Jugendliche“ auch immer mit enormem Respekt begegnet sind. 

- Und als politischer Mensch, den ich später als solchen kennenlernen durfte.

Erst in diesen Tagen habe ich erfahren, dass die Politik wohl seine größte Leidenschaft war, die in der emotionalen Rangliste deutlich über seinem eigentlichen Beruf stand.

Willi Pilz zog im Mai 1975 für die Österreichische Volkspartei – und als wichtiges Mitglied im Team meines Vaters – in den Gleisdorfer Gemeinderat ein, dem er 15 Jahre lang angehörte. In diesen drei Perioden waren es vielfältige Funktionen, die Willi Pilz erfüllte.

Unter anderem war er Mitglied des Gewerbe-, Volksschul- und Hauptschulausschuss, Obmann des Gewerbe- und Fremdenverkehrsausschusses, Mitglied im Sport-, Jugend- und Freizeitausschuss und er vertrat auch die Stadt im E-Ausschuss bei den Feistritzwerken.

Zu seinen Leidenschaften zählten schon immer die Zahlen, die Kameralistik und die Wirtschaftsdaten. Diesem Interesse entsprechend war Willi Pilz 13 Jahre lang Finanzreferent der Stadt Gleisdorf und war damit als Teil der Stadtregierung für die stets solide Finanzentwicklung unserer Stadt mit verantwortlich. Diese Funktion erfüllte ihn mit besonderer Freude.

Von 07.01.1988 – 20.04.1990 bekleidete Willi Pilz schließlich auch das Amt des 2. Vizebürgermeisters.

Als Dank und Anerkennung für dieses langjährige und herausragende Engagement wurde Wilhelm Pilz im Jahr 1992 der Ehrenring der Stadt Gleisdorf verliehen. Auch wenn Willi Pilz im Jahre 1990 aus dem Gemeinderat ausgeschieden ist, die Politik hat er nie verlassen und das politische Interesse ihn nicht. Kommunales, regionales und bundesweites politisches Geschehen waren immer seine Leidenschaft, über die er mit Freunden und Weggefährten trefflich diskutieren konnte.

Als Bürgermeister unserer Stadt richte ich heute an dich, lieber Willi, dieses letzte offizielle Dankeschön. Denn du warst in deiner Rolle und mit deinem Engagement auch ein entscheidender Wegbegleiter für unsere Stadt, so wie sie sich heute präsentieren darf. Denn in deinen vielen Funktionen – nicht zuletzt durch deinen ehrenamtlichen und unglaublichen Einsatz im und für den Tennisclub – hast du unsere Stadt und ihre Gesellschaft entscheidend und nachhaltig geprägt.

Wenn wir als Gesellschaft an dieser markanten Stelle stehen, um einem Menschen die letzte Ehre zu erweisen, stellt sich für uns – stellt sich für mich – immer und immer wieder die Frage: Haben wir den Auftrag der Schöpfung wahrgenommen? Gehen wir mit dem Geschenk des Lebens in dem richtigen Maße um? Bringen wir uns in die Entwicklung unserer Umwelt und Gesellschaft auch wirklich gebührend ein? 

Denn an dieser Stelle gibt es für den, der uns vorausgegangen ist, nur den unveränderlichen Rückblick. Wir alle jedoch haben noch die Chance, an unserem Leben und an unserem Auftrag zu arbeiten. 

Für Willi Pilz fällt dieser Rückblick sehr eindeutig aus. Er lebte sein Leben für die Familie, für seinen Betrieb und zu einem sehr, sehr großen Ausmaß für das größere Ganze, für seinen Tennisverein, für die Gesellschaft und für unsere Stadt.

Und dafür sage ich dir, liebe Willi, ein aufrichtiges Dankeschön. Wir alle werden das ehrende Gedenken an dich mit Respekt, Ehrfurcht und Anerkennung bewahren.

Ruhe in Frieden.